Internationaler Sportaustausch

Dass sich die Topteams an den Spitzenpositionen mit ausländischen Spitzenkräften verstärken ist zumindest in den Verbandsligen mitlerweile Gang und Gebe. So gastiert 2015 einstige Weltklasse auf den Bottroper Tennisplätzen. Wiebke Hamel und Leonie Schuknecht schlagen in diesem Sommer den umgekehrten Weg ein. Die beiden Spielerinnen des TV Blau-Weiß Bottrop bestreiten Mannschaftsspiele für den niederländischen Verein TV Didam.

2015 erreicht der internationale Sportaustausch einen vorläufigen Höhepunkt. Für die Niederrheinliga bei den Herren 30 verpflichtete der TC Waldhof mit David Škoch die einstige Nummer 133 der Weltrangliste. Im Doppel war der Tscheche sogar noch erfolgreicher. Fünf ATP-Titel stehen auf seinem Konto, der letzte datiert aus dem Januar 2008. Die 19-jährige Elke Tiel ist derweil fester Bestandteil der Damenmannschaft des TV Blau-Weiß und marschierte schon im Vorjahr ohne Satzverlust durch die 2. Verbandsliga. Im Februar erreichte sie mit Rang 889 einen neuen persönlichen Bestwert in der Weltrangliste.

 „Das ist für uns eine willkommene Möglichkeit Spielpraxis zu sammeln“

Mit Wiebke Hamel und Leonie Schuknecht gehen zwei Bottroper Spielerinnen nun den umgekehrten Weg. Das Duo des TV Blau-Weiß Bottrop bestreitet für den niederländische Verein TV Didam, der zwischen Emmerich und Arnheim beheimatet ist, Mannschaftsspiele. „Die Kooperation ist über unseren Trainer Frank Zwickl und den dortigen Trainer Peter-Jan Thieme zustande gekommen. Der Verein hat noch Spielerinnen gesucht und da hat uns Frank ins Gespräch gebracht“, erzählt Wiebke Hamel. Zu Überschneidungen kommt es dabei nicht, denn in den Niederlanden finden die Mannschaftswettbewerbe grundsätzlich sonntags statt. Einen besonderen Reiz hat der Modus im Nachbarland. Gespielt werden drei Damen- und drei Herreneinzel sowie zwei Doppel und ein Mixed. „Das ist für uns eine willkommene Möglichkeit Spielpraxis zu sammeln und gerade für ein junges Talent wie Leonie eine super Erfahrung“, freut sich Hamel auf die Herausforderung.

Der Trainer ist zufrieden

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Leonie Schuknecht mit dem Team des TV Didam.

Ihre ersten Einsätze hat Leonie Schuknecht im Nachbarland bereits absolviert. Sie standen allerdings noch unter dem Motto „Erfahrungen sammeln“, denn auf dem Court musste die Jugendstadtmeisterin zunächst Lehrgeld bezahlen. Doch trotz zweier knapper Niederlagen im Einzel deutete die 13-jährige ihr Potenzial an und überzeugte auch ihren niederländischen Trainer Peter-Jan Thieme, der sie für weitere Einsätze fest eingeplant hat. Verständigungsprobleme kamen dabei weder auf noch neben dem Platz auf. Eine Mischung aus Deutsch und Englisch macht es möglich.

Eine besondere Herausforderung stellte allerdings das Mixed dar. „Auf die Aufschläge der Männer muss man sich erstmal einstellen und am Netz geht es ordentlich zur Sache. Da ist volle Konzentration gefordert“, berichtet Schuknecht. Gewöhnen muss sie sich allerdings an den ungewohnten Rhythmus. Da Runde für Runde ausgespielt wird, zieht sich der Spieltag in die Länge. „Wir sind beim ersten Spiel morgens um 7 Uhr losgefahren und waren erst um 21 Uhr wieder zurück – und das obwohl in Holland auf ein gemeinsames Essen verzichtet wird“, erzählt Schuknecht. Doch für diesen internationalen Sportaustausch nimmt sie auch einen solchen Marathontag gerne in Kauf: „Auch wenn ich noch auf den ersten Sieg warten musste, hat es viel Spaß gemacht.“